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Professoren

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Prof. Sophie Wolfrum             Link zum Lehrstuhl Städtebau und RegionalplanungProf. Bruno Krucker Städtebau und WohnungswesenProf. Stephan Bates Städtebau und WohnungswesenProf. Dr. Sören Scchoebel-Rutschmann Landschaftsarchitektur regionaler FreiräumeProf. Dr. Udo Weilacher Landschaftsarchitektur und industrielle LandschaftProf. Stefanie Hennecke Geschichte und Theorie der LandschaftsarchitekturProf. Mark Michaeli Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land

 

 

Institut für Entwerfen, Stadt und Landschaft


Das Institut für Entwerfen, Stadt und Landschaft ESL ist der Verbund der Professuren im Bereich Städtebau, Landschaftsarchitektur und Raumentwicklung in der Architekturfakultät der Technischen Universität München.

Auf der Grundlage eines seit 2005 systematisch entwickelten urbanistischen Diskurses zu aktuellen Fragen der Stadt- und Landschaftsentwicklung wurden gemeinsame Forschungsprojekte, Doktorandenbetreuungen, Studiengänge und Fortbildungsinstitute eingerichtet.

Diskurs und Einrichtungen des Instituts verfolgen das Ziel, in der Stadt- und Landschaftsentwicklung wieder die Perspektive einer architektonischen Artikulation von Raum einzunehmen.Wir konzentrieren uns dabei auf die drei urbanistischen Grundthemen Kontext, Kapazität und Konzept.

Kontext : Eine Kultur des konkreten Raums
Industrialisierung, Modernisierung und Globalisierung führen weltweit - durch Standardisierung - zur Homogenisierung, aber auch - durch Ausdifferenzierung - zur Heterogenisierung von  Alltagskulturen und ihren Räumen. Dieser widersprüchlichen Entwicklung steht eine zunehmende Fragilität der ökonomischen, ökologischen und sozialen Strukturen in verstädterten Räumen gegenüber. Der verstärkte Rückgriff auf lokale und regionale Qualitäten kann als Gegenbewegung zur Globalisierung in einen rückwärtsgewandten Regionalismus führen. Die Orientierung an kulturellen Kontexten kann aber auch Zentralitäten und Hierarchien auflösen, eine Inwertsetzung verschiedenartiger Alltagsräume in Gang setzen und so einen Beitrag zur Ausgewogenheit und Gleichwertigkeit urbanisierter Räume leisten. Der Dialog neuer Anforderungen mit dem Vorhandenen, Berücksichtigung und Erneuerung sozialer Kohäsionen, Anknüpfen an lokale Stoffkreisläufe, Entfaltung lokaler Begabungen bedeuten keinen Verzicht, sondern im Gegenteil eine permanente Verpflichtung zu Innovation und Intervention. Generalisierenden und traditionalisierenden Kräften soll die systematische Erforschung und Entwicklung einer architektonischen Kultur des Kontextes entgegengesetzt werden.

Kapazität : Eine Kultur des artikulierten Raums
Die funktionalistische Moderne hat in der Ökonomie wie im Urbanismus zu dem Paradigma geführt, räumliche Flexibilität und Offenheit entwickle sich jenseits formgebender Architektur. Die Produktion von Raum ohne ästhetische Substanz verliert aber die Fähigkeit, mit Bedeutung aufgeladen zu werden. Neutrale, sprachlich leere und ästhetisch beliebige Systeme können nur funktional, jedoch nicht semantisch in Gebrauch genommen werden. Dieser Gebrauch ist aber eine wesentliche Voraussetzung für die performative Entfaltung kultureller Qualitäten im Raum, von öffentlichem Handeln, kollektiver Verantwortung, sozialer Stabilität. Die Fähigkeit von Architektur, charakteristische Räume zu erzeugen und gleichzeitig Variabilität im Gebrauch und in der Zeit zu ermöglichen, wird als Kapazität bezeichnet. Sie geht über textliche und symbolische Zeichen hinaus und bringt eine eigene syntaktische Substanz und Struktur in den Raum ein, in der sich performativ urbane Kultur entwickeln kann. Kapazität beschreibt das Vermögen von Architektur, Räume zu artikulieren. In den Strukturen und Maßstäben urbaner Landschaften wurde diese architektonische Fähigkeit seitens der urbanistischen Planungsdisziplinen bislang systematisch ausgeschlossen; hier wiegen die daraus entstandenen Defizite besonders schwer.

Konzept : Eine Kultur des gebildeten Raums
Moderation, Governance und Inkrementalismus haben die Bedeutung ästhetischer Konzepte im Urbanismus verdrängt. Doch fällt es mit den weichen Taktiken nicht nur schwer, kollektive Bilder zu erzeugen, sondern ebenso,
konkrete räumliche Verbindlichkeiten zu schaffen. Ein ästhetisches Konzept, eine Idee von räumlicher Form zu vermitteln bleibt die Voraussetzung urbanistischer Forschung und Praxis. Dabei geht es nicht um die Erzeugung neuer autoritärer Leitbilder oder manipulativer Bildwelten. Dennoch können wir weder im Analytischen noch im Einzelnen verharren. Ein Programm, das einen kulturellen Gestaltungsanspruch reformuliert, muss über ein bloßes Erkenntnisinteresse am räumlich Faktischen hinausgehend normative Aussagen generieren. Eine solche urbanistische Programmatik kann nicht allein empirirsch, hermeneutisch oder entwerferisch entwickelt werden, sondern nur in der Konfrontation dieser Methoden, dass heißt in der Verbindung von Nutzen und Sinn unter der Idee einer Form.